Leitfaden: Grundbegriffe

Interaktion & Darstellung

Immersion beschreibt das Gefühl, in eine virtuelle Umgebung einzutauchen. Dieses Gefühl entsteht, wenn visuelle, akustische und räumliche Eindrücke so gestaltet sind, dass die reale Umgebung in den Hintergrund tritt. Hohe Immersion kann dazu beitragen, dass Lernende sich stärker auf die Lernaufgabe konzentrieren und Situationen intensiver erleben. Für die Lehre bedeutet das: Je glaubwürdiger und konsistenter eine Lernumgebung gestaltet ist, desto leichter fällt es Lernenden, sich auf das Lernen im virtuellen Raum einzulassen.

Presence bezeichnet das subjektive Gefühl, tatsächlich an einem anderen Ort zu sein – etwa in einer virtuellen Werkstatt, einem historischen Schauplatz oder einem Labor. Während Immersion eher eine technische Eigenschaft ist, beschreibt Presence die persönliche Wahrnehmung der Lernenden. Wenn Presence entsteht, reagieren Lernende oft ähnlich wie in realen Situationen. Das kann Lernprozesse unterstützen, insbesondere bei Simulationen oder praxisnahen Szenarien.

Digitale Repräsentation einer Person in virtuellen Räumen.

Affordances sind Hinweise in der Umgebung, die zeigen, welche Handlungen möglich sind. Ein Griff lädt zum Ziehen ein, ein Knopf zum Drücken, ein Werkzeug zum Benutzen. In virtuellen Lernwelten helfen Affordances dabei, dass Lernende intuitiv verstehen, wie sie mit Objekten interagieren können. Gute Affordances reduzieren Erklärungsbedarf und erleichtern den Einstieg in eine Lernumgebung.

Embodied Interaction bedeutet, dass Lernende mit ihrem Körper Teil der Interaktion werden. Statt nur zu klicken oder zu tippen, greifen sie Objekte, bewegen sich im Raum oder nutzen Gesten. Diese körperliche Beteiligung kann das Verständnis komplexer Inhalte fördern, weil Lernen nicht nur kognitiv, sondern auch motorisch und räumlich erlebt wird. Besonders bei praktischen oder räumlichen Themen kann dies den Lernprozess vertiefen.

Rückmeldung durch Berührung oder Vibration in digitalen Umgebungen.

Inhalte & Medienformate

Rundum-Video, das in alle Richtungen betrachtet werden kann.

Digitale Darstellung eines Objekts im dreidimensionalen Raum.

Interaktive Nachbildung realer Prozesse für Lernzwecke. Simulationen bilden realistische Situationen oder Systeme in einer virtuellen Umgebung nach. Dadurch können Lernende Prozesse ausprobieren, Entscheidungen treffen und ihre Auswirkungen beobachten, ohne reale Risiken einzugehen. In der Lehre werden Simulationen häufig eingesetzt, um komplexe Abläufe zu verstehen oder praktische Fähigkeiten zu trainieren.

Spatial Design beschreibt die Gestaltung des virtuellen Raums selbst. Wie sind Objekte angeordnet? Wo finden wichtige Aktionen statt? Wie bewegen sich Lernende durch die Umgebung? Eine gute räumliche Gestaltung hilft dabei, Orientierung zu geben und Lernprozesse zu strukturieren. Räume können beispielsweise verschiedene Lernphasen abbilden – etwa eine Einführungszone, einen Experimentierbereich oder einen Reflexionsraum.

3D-Aufzeichnung realer Objekte/Personen für freie Perspektivenwahl.

Didaktik & Lernen

Lernen durch aktives Erleben in virtuellen Umgebungen.

Learning Outcomes beschreiben die konkreten Fähigkeiten oder Kenntnisse, die Lernende nach einer Lerneinheit erwerben sollen. Sie bilden die Grundlage für die Gestaltung eines virtuellen Lernraums. Wenn klar ist, welches Ziel erreicht werden soll, können Interaktionen, Szenarien und Aufgaben gezielt darauf ausgerichtet werden.

Feedback gibt Lernenden Rückmeldung über ihr Handeln. In virtuellen Lernwelten kann Feedback auf unterschiedliche Weise erfolgen, zum Beispiel durch visuelle Hinweise, Geräusche oder Veränderungen in der Umgebung. Ein gut gestaltetes Feedback hilft Lernenden zu verstehen, ob ihre Handlungen erfolgreich waren und wie sie sich verbessern können.

Cognitive Load beschreibt die mentale Belastung beim Lernen. Wenn eine virtuelle Umgebung zu viele Informationen, Bewegungen oder Interaktionen gleichzeitig bietet, kann dies Lernende überfordern. Daher ist es wichtig, Lernräume übersichtlich zu gestalten und Inhalte schrittweise einzuführen. Ein gutes Design reduziert unnötige Komplexität und unterstützt die Konzentration auf das Wesentliche.

Lernansatz, bei dem Wissen aktiv aufgebaut wird.

Lernen durch konkrete Erfahrung, Reflexion und Anwendung. Experiential Learning bedeutet Lernen durch Erfahrung. Statt Inhalte nur zu lesen oder zu hören, erleben Lernende Situationen selbst und reflektieren anschließend darüber. Virtuelle Lernwelten eignen sich besonders gut für dieses Prinzip, weil sie realitätsnahe Szenarien ermöglichen – etwa das Durchführen eines Experiments, das Bedienen einer Maschine oder das Trainieren sozialer Situationen.

Beim Scenario-Based Learning lernen Studierende innerhalb einer konkreten Handlungssituation. Sie übernehmen beispielsweise eine Rolle, lösen ein Problem oder treffen Entscheidungen in einem bestimmten Kontext. Die Lerninhalte sind dabei in eine Geschichte oder Aufgabe eingebettet. Dies erhöht die Motivation und hilft, Wissen besser auf reale Situationen zu übertragen.

Collaborative Learning beschreibt das gemeinsame Lernen und Arbeiten mehrerer Personen in einer (virtuellen) Umgebung. Lernende können zusammen Probleme lösen, Objekte bearbeiten oder Ideen diskutieren. Durch Avatare und gemeinsame Räume entsteht das Gefühl, sich tatsächlich mit anderen in derselben Umgebung zu befinden. Kollaborative Lernformen fördern Austausch, Perspektivwechsel und Teamarbeit.

Spiele mit primärem Bildungs- oder Trainingszweck.

Beschreibung von VR Use Cases

Meta-Concept Dimension Characteristics
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